Ratgeber – Richtig lüften und heizen

In Ihrer Wohnung kann falsches Heizen und Lüften zu Feuchtigkeitsschäden führen.
Nasse Fenster, Ecken und Wände, schwarze Stockflecken oder Schimmelpilze sind die Folge. Nicht nur die Schäden sind ärgerlich. Mit richtigem Heizen und Lüften kann so mancher Euro gespart werden.

Unser Ratgeber verrät Ihnen, wie Sie Schäden durch falsches Lüften vermeiden und dabei oft sogar Heizkosten eingespart werden können (Haftungsausschluss: alle Angaben auf dieser Seite verstehen sich ohne Gewähr auf Vollständigkeit und Richtigkeit).

 

Richtiges Lüften

  • es sollte mindestens 2 bis 4 mal täglich eine Stoßlüftung in allen Räumen durchgeführt werden
  • Eine Stoßlüftung erreichen Sie durch ein kurzes Querlüften bei weit geöffneten, möglichst gegenüberliegenden, Fenstern
  • In Abhängigkeit der Nutzungsintensität sollte auch die Häufigkeit des Lüftens individuell angepasst werden
  • Besonders sinnvoll ist das Stoßlüften nach dem Aufstehen im Schlafzimmer, nach dem Duschen oder Baden, während/nach dem Kochen, nach dem Wischen des Bodens, während/nach dem Bügeln, sowie nach sportlicher Betätigung, da hierbei der Feuchtigkeitsgehalt der Luft besonders stark ansteigt
  • auch Pflanzen geben Feuchtigkeit ab. Lüften Sie daher häufig, wenn sich viele Pflanzen in der Wohnung befinden
  • je kühler die Raumtemperatur, umso häufiger sollte gelüftet werden
  • riecht es bereits nach „verbrauchter“ Luft, ist das Lüften der betroffenen Räume längst überfällig!
  • vermeiden Sie dauerhaftes Lüften durch angekippte Fenster: durch die Auskühlung der Fensterlaibungen wird Schimmelbildung gefördert
  • trocknen Sie keine Wäsche in der Wohnung
  • wenn das Bad in Ihrer Wohnung kein Fenster hat, so lüften Sie auf dem kürzesten Weg, d. h. durch ein anderes Zimmer. Bitte halten Sie dabei die anderen Türen geschlossen. Besonders nach dem Baden oder Duschen sollten Sie darauf achten, dass sich der Wasserdampf nicht gleichmäßig in der Wohnung verteilt
  • große Mengen Wasserdampf, die beispielsweise durch Kochen entstehen, sollten möglichst sofort nach draußen „abgelüftet“ werden. Schließen Sie während solcher Küchenarbeiten alle anderen Türen um zu vermeiden, dass sich der Wasserdampf in der gesamten Wohnung verteilt
  • Auch bei Regenwetter sollte gelüftet werden, sofern es nicht gerade zum Fenster hereinregnet

 

Richtiges Heizen

  • Behaglichkeit wird im Normalfall bei Temperaturen zwischen 19°C und 22°C empfunden. Empfehlenswert ist die Kontrolle dieser Werte durch ein Thermometer und Hygrometer, um die Wohnqualität zu steigern und gleichzeitig Heizkosten zu sparen
  • Nachts oder tagsüber, wenn niemand zuhause ist, empfiehlt es sich, die Wohnraumtemperatur leicht abzusenken
  • Die Heizung sollte bei Abwesenheit nie ganz abgestellt sein, sondern nur heruntergeregelt werden. Ständiges Auskühlen und Wiederaufheizen der Räume ist teurer als eine konstant abgesenkte Durchschnittstemperatur
  • Eine Absenkung der Wohnraumtemperatur um 1°C kann bereits eine Energieeinsparung von ca. 6% bewirken. Beachten Sie jedoch, dass die Raumtemperatur auch in wenig genutzen Räumen oder Schlafzimmern nicht unter 16°C sinken sollte. Weiterhin gilt: je niedriger die Raumtemperatur, umso häufiger muss gelüftet werden
  • Schließen Sie die Türen zu kühleren Räumen, wie z. B. zum Schlafzimmer
  • Vermeiden Sie ständig angekippte oder weit geöffnete Fenster, dies erhöht Ihre Heizkosten erheblich
  • Halten Sie Türen zu wenig beheizten Räumen geschlossen
  • Drehen Sie die Thermostatventile der Heizkörper während des Lüftens herunter
  • Vermeiden Sie das Heizen einzelner Räume durch Luftausgleich aus wärmeren Räumen. Dabei gelangt viel Feuchtigkeit in den Raum. Die Folge: Die Luftfeuchtigkeit steigt an und begünstigt die Bildung von Kondenswasser und Schimmel. Deshalb sollten die Türen zwischen unterschiedlich geheizten Räumen geschlossen gehalten werden

 

Tipps zum Aufstellen der Wohnungseinrichtung

  • Möbel, Schränke und Sofas sollten möglichst nicht an die Außenwände gestellt werden. Wenn doch, sollte ein Abstand von mindestens 10 cm zwischen Möbelstück und Wand eingehalten werden, damit die Luft zirkulieren kann
  • Heizkörper sollten möglichst nicht durch Einrichtungsgegenstände, Gardinen, Verkleidungen oder Vorhänge abgedeckt werden. Damit wird der Heizkörper möglichst effizient genutzt und die Luftzirkulation verbessert

 

Abgabe von Feuchtigkeit*

Ursache Aktivität Feuchtigkeitsabgabe in g/h
Mensch Schlafen ca. 40-50
Mensch leichte Aktivität ca. 30-120
Mensch mittelschwere Arbeit ca. 120-200
Mensch schwere Arbeit ca. 200-300
Pflanze Topfpflanze ca. 5-15
Pflanze mittelgroßer Gummibaum ca. 10-20
Badezimmer Wannenbad ca. 700
Badezimmer Duschen ca. 2600
Küche Kochen ca. 600-1500
Küche Geschirrspülmaschine ca. 100
Wäsche 4.5 kg geschleudert ca. 50-200
Wäsche 4.5 kg tropfnass ca. 100-500

*: Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit